Mathematics, 2003-01-01

Module: 
Mathematics
Examiner: 
Vogt
Assessor: 
Spindler
Date: 
Wed, 2003-01-01

Sorry it's only in German. Mail me for infos in English: gmaus@uos.de

Modulprüfung: Mathematik
Fachsemester: 3
Note: 3.0

Ja, es gibt sie tatsächlich: ein paar unerschrockene Coxis, die es wagen, sich mündlich einer Matheprüfung zu unterziehen. Hier ist mein Bericht:

Also, ich hatte im 2. Semester Analysis I bei Spindler und dann im 3. Lineare Algebra bei Vogt gehört. Die Klausuren waren nicht berauschend (beide 3.3), also zu schlecht zum Scheine einreichen. Was soll ich nun mit zwei Mathescheinen. Weil ich mich trotz der Noten im Stoff eigentlich ganz sicher fühlte und mir auch Bruns dazu geraten hat, hab ich mich dann tatsächlich für die mündliche Prüfung entschieden.

LinAlg und Analysis kamen zu gleichen Teilen dran, wobei jeder Prof "sein" Fach abfragt. Zur Vorbereitung haben mir die beiden nicht viel geholfen und den Stoff auch nicht irgendwie eingegrenzt. Spindler hat mir per Email das Inhaltsverzeichnis von seinem Skript geschickt und Vogt das hier: "(...) mit kleinen Einschraenkungen ist alles wichtig. Nach der Methode der

kleinsten Quadrate werde ich sicherlich nicht fragen, ebenfalls nicht nach der Beziehung zwischen V und V**. Fuer die anderen Teile moechte ich mich nicht festlegen." Toll, oder?

ERSTER TEIL: LINEARE ALGEBRA

Vogt: "So Herr Maus, suchen sie sich mal was aus, was sie gut können!"

Darauf war ich zwar überhaupt nicht vorbereitet, war aber nicht so schlecht. Ich hab dann angefangen über Gleichungssysteme und lineare Abbildungen zu reden. Mit Papier und Bleistift kann man seine Gedanken visualisieren. Die Fragen hangeln sich dann um so Begriffe wie injektiv, surjektiv, invertierbar, ... Wichtig ist, das man die Zusammenhänge verstanden hat, weniger einzelne Formeln zu erläutern, wobei sie bei manchen Sachen doch recht hartnäckig nachgebohrt haben. Besser "Sorry, weiß ich nicht!" sagen, als Halbwissen vortragen, dann fragen sie nur immer weiter. Alles in allem war Vogt aber fair. Spindler hat Protokoll geschrieben und keinen Ton gesagt.

ZWEITER TEIL: ANALYSIS

Zuerst Rollentausch bei den Profs: jetzt stellt Spindler die Fragen und Vogt schreibt mit.

Spindler: "So, ihren Joker haben sie ja schon gehabt , wann konvergiert denn eine Folge?" Weitere Begriffe: Stetigkeit, Differenzierbarkeit, Taylorreihen... Spindler wollte es schon genau wissen, hat nach dem "Satz von Bolzano-Weierstrass" gefragt, wollte Cauchy'sches Konvergenzkriterium und Taylorreihen-Restabschätzung aufgeschrieben haben (woran ich dann auch gescheitert bin). Vogt hat zwar versucht mir aus der Patsche zu helfen, ich hab seine Tipps aber nicht verstanden. Vielleicht lags auch an mangelnder Vorbereitung, aber Spindler und Analysis haben mir's versaut.

FAZIT

Also, lieber zweimal überlegen, ob man sich das wirklich antun sollte. Einen Coxi-Bonus ("der muss es ja nicht so genau wissen, der muss ja noch soviel anderes studieren") gibt es (entgegen Gerüchten) nicht! Aber wenn ihr im Stoff wirklich fit seid und Mathe euer Ding ist, dann nur zu, warum nicht?!