Artificial Intellicence, 2006-12-13

Module: 
Artificial Intellicence
Examiner: 
Helmar Gust
Assessor: 
Kai-Uwe Kühnberger
Date: 
Wed, 2006-12-13

Note: 1,7
Bereiche nach Zeit: 20 Minuten Praesentation, 15 Minuten Diskussion

Fragensammlung: wie lauteten die Fragen im einzelnen?

Geprueft wird so gut wie immer ueber 3 Themen (Wochen) der Methods of AI. Eine Woche vor dem Termin bekommt man ein (wohl meist einfaches, irgendwo zwischen den Themen angesiedeltes) Paper, das man 15 Minuten lang vorstellen soll:
- Was steht drin?
- Ist es sinnvoll?
- Ist es wichtig?
- Was macht der Autor sonst noch so?
Danach wird munter gefragt. Abgesehen von einigen Fragen, die sehr spezifisch auf Teilaspakte des Papiers gemuenzt waren, war das bei mir:
- Ist es eine grosse Einschraenkung, wenn man in einer Logik nur einstellige Praedikate verwendet?
-> Ja, keine Relationen zwischen Elementen moeglich.
Was bedeutet das insbesondere in Bezug auf Beschreibungslogiken?
-> Keine Roles.
Bringt dies eventuell auch positive Dinge mit sich?
-> Logiken, egal welcher Ordnung, sind dann entscheidbar.
- Was ist das Semantic Net?
-> Informationen jeder Art sollen ueberall verfueg- und verwertbar sein.
Welche Repraesentation ist dafuer erforderlich?
-> Beschreibungslogiken allein reichen nicht aus.
Welche Techniken stehen uns dafuer zur Verfuegung? Wie funktionieren die?

-> Resolution, Tableaux-Algorithmen, ...
Dabei muss aber gesagt werden, dass ich in meiner Kritik zum Paper schon fast alles vorweggenommen hatte, wie mir hinterher gesagt wurde.

Was mußte schriftlich gelöst werden?

Nichts.

Welche Beispiele wurden wofür abgefragt?

Ich habe zwei extierende Theorem-Prover genannt und gesagt, was diese jeweils koennen. Einer davon war vom Autor des Papers, der andere taugte nichts. Helmar war zufrieden.

Persönlicher Kommmentar, Was war toll? Was war doof? Was war auffällig?

Es stimmt, was man so hoert - die Arbeit faengt eine Woche vor der Pruefung an. Wer Dinge lernt, die nichts mit dem Paper zu tun haben, aergert sich hinterher! Man muss das Paper voellig, die zitierten Arbeiten halbwegs verinnerlicht haben. Und, ganz wichtig, man muss Kritik bringen ohne Ende. Dabei darf man gerne jede schwammige Formulierung, jede verkorkste Notation und jeden Satzbaufehler aufzaehlen, hauptsache man zerreisst das Ding in der Luft. Hinterher sagt man dann nochmal, was man trotz allem daraus mitnehmen kann, und gut ist's. Und, wie ich weiter unten nochmal geschrieben habe: Denkt auch immer daran, wie man das implementieren koennte. Klappt alles reibungslos? Hat der Autor irgendwas verschwiegen, oder Vereinfachungen angenommen, ohne die irgendwo Probleme aufgetreten waeren?

Wie waren Einstieg, Ablauf, Ende, Bewertung und Begründung?

Einstieg:

Helmar: "So, Zusammenfassung und Erschliessung des Papiers".

Ablauf:

Erst leicht ueberzogene Praesentation, dann spezifische Fragen dazu, hinterher allgemeine Diskussion ohne echtes Ziel.

Ende:

Kai-Uwe: "So, haben wir wieder ueberzogen?"
Helmar: "Natuerlich."
Kai-Uwe: "Aber wir muessen doch noch unsere Frage stellen."
Helmar: "Hm, ok. Aber dann ist Schluss. Also..." (lehnt sich zurueck) "... was hat das Ganze denn mit Cognitive Science zu tun?"

Bewertung und Begründung:

Na ja, eine 1,7 ist ein B und damit akzeptabel. Leider lag die Note daran, dass ich meinen Vortrag nicht so aufgebaut hatte wie es erwartet wurde. Diese Erwartungshaltung sieht folgendermassen aus:
- Gehe das Papier von vorne bis hinten durch.
- Sag, wer der Autor ist und was er noch so gemacht hat.
- Kritisiere das Paper.
Ich hatte sowohl das ungluecklich strukturierte Paper umgestellt als auch Dinge gesagt, die meiner Meinung nach zum Verstaendnis des Papers wichtig, aber nicht in ihm enthalten waren. Grosser Fehler. Geht einfach davon aus, dass euer Zuhoerer die Methods of AI in- und auswendig kennt, aber das Paper nie gelesen hat. Fuer solche Leute moechten die Beiden es gerne erklaert bekommen.

Lässt sich der Prüfer von den Antworten leiten?

Helmars Fragen lassen durchschauen, dass er sich das Paper sehr gut angesehen hat. Ich schaetze, dass man seinen Fragenkatalog nicht umgehen kann, wenn aber eine schwammige Frage kommt kann man ruhig Dinge antworten, die nur vage damit zu tun haben. Dann wird eben darueber diskutiert.
Die vorgefertigten Fragen beziehen sich auf Kritikpunkte, die man am Paper haben koennte. Dabei geht es auch gerne mal um die Implementation, die Theorie steht gar nicht so sehr im Mittelpunkt.

Zum Verhalten des Prüfers:

- Helmar hat die ganze Zeit Blickkontakt gehalten, Ablesen vom Paper war also nicht moeglich.
- Feedback waehrend der Praesentation bekommt man keines, aber wenn man bei der Kritik das sagt was Helmar auch bloed findet, faengt er an zu laecheln und nickt. Dann faengt Kai-Uwe an zu grinsen, und die Sache wird informell. Wenn man an diesen Punkt gekommen ist, hat man gewonnen.
- Kai-Uwe hat nichts gesagt, bis ich mit der Praesentation fertig war. Hinterher hat er auch nichts gefragt, nur Dinge beantwortet, die Helmar gefragt hat.