Cognitive Psychology, 2011-03-21

Module: 
Cognitive Psychology
Examiner: 
Frank Jäkel
Assessor: 
Uwe Friese
Date: 
Mon, 2011-03-21

FORMALIA

Modulprüfung: Cognitive Psychology
Fachsemester: 3
Prüfer/2.Prüfer: Frank Jäkel / Uwe Friese

Ich hatte "Probabilistic Modelling of Perception and Cognition" bei Frank Jäkel und "Ausgewählte Themen der kognitiven Neurowissenschaften" bei Uwe Friese (was im Grunde ein Seminar über Neuroimaging-Methoden war, also EEG, fMRI, MEG, TMS, etc.) und wollte mich eigentlich über die beiden Sachen prüfen lassen. Da aber allgemeine Sachen zu CogPsy auch noch rein sollten, sind letztlich drei Themenbereiche draus geworden. Zum allgemeinen Teil hat Jäkel mir Literatur zu lesen gegeben (s.u.), aus PMPC haben wir Signal Detection Theory ausgewählt und aus dem Seminar ein fMRI- und ein EEG-Paper.

VORBEREITUNG

Was hast du zur Prüfungsvorbereitung benutzt?
Was wir hilfreich, was war weniger hilfreich?

Für den allgemeinen Teil: Kapitel 1+2 aus Anderson, Cognitive Psychology and its implications und Kapitel 1+5 aus Goldstein, Sensation and Perception

Signal Detection Theory: Kapitel 6 aus Coombs et al, Mathematical Psychology

Neuroimaging-Methoden: teilweise die "Wahrnehmung und Gedächtnis"-Slides von Gruber

Vorbereitungszeit: ca. 2 Wochen

PRÜFUNG

Prüfungsdatum: 21.3.2011
Wiederholungsprüfung? nein
Note: 1,7
Bereiche nach Zeit: 10min CogPsy allgemein / 10min Signal Detection Theory / 10min Neuroimaging-Paper

Fragensammlung: wie lauteten die Fragen im einzelnen?

allgemeiner Teil:
- Aus der Einführung im Anderson-Buch, was hat dich da denn so am meisten interessiert?
Die Komplexität von Perception, Information processing approach in CogPsy

- Wie ist denn moderne CogPsy entstanden?
historisch: Behaviorism, dann Integration von Ansätzen aus AI, information processing, andere Methoden

- Bsp für eine Verbindung zur AI?
mir ist nichts so wirklich eingefallen; er wollte auf Konnektionismus hinaus. Hab dann kurz PDP erklärt

- und information processing approach?
Sternberg's digits erklärt

- Welche Gestalt laws gibt es so?
aufgezählt, jeweils mit Beispiel

- Wieso hat man die erfunden?
historisch: Strukturalismus, da gabs aber Erklärungsdefizite (Bsp. apparent movement illusion) -> Gestalt psychology

- Welchen Bezug zur realen Welt? Woher weiß man, dass Gestalt laws sinnvoll sind?
Bsp. good continuation: Wenn eine gerade Linie verdeckt ist, geht sie wahrscheinlich gerade weiter.

- Wie könnte man das messen?
Rumgehen und zählen? (mir ist nichts schlaues eingefallen.) Er meinte dann, per Computer, Bildfilter etc. und dann eben die geraden Linien/Kanten analysieren

Signal Detection Theory:
- Was sind ROC-Kurven?
Funktion von Hits und False Alarms, Bedeutung der Referenzdiagonalen erklärt. Ein bestimmtes Entscheidungskriterium korrespondiert immer zu einer Schwelle und einem Punkt auf der Kurve. Wenn man das Kriterium experimentell verändert, kriegt man versch. Punkte und kann da ne Kurve durchlegen. Dann d' erklärt; je weiter weg eine ROC-Kurve von der Diagonalen weg ist, desto besser.

kognitive Neurowissenschaften (fMRI paper):
- Worum ging es erstmal grob in dem Paper?
Es wurde der Fusiform-Cortex untersucht, bzw. Unterschiede zwischen linkem und rechtem fusiform (Lateralisierung). Repititiom priming.

- Naja, erstmal gings ja um object perception...
Ja..
hab noch kurz Ziele und Resultate der Studie beschrieben.

- Wo sind Probleme bei der fMRI-Messung? Wo können Fehler auftreten, wenn man nicht aufpasst?
Viele t-tests, da viele Voxel, d.h. man muss multiple comparison correction machen. Hab noch das fMRI-Paper über den toten Fisch erwähnt und FDR und FWE als Gegenmaßnahmen.

- was sieht man überhaupt auf so fMRI-Bildern? Was ist die Skala?
keine direkte Messung; probability maps. Skala wusste ich nicht (waren t-Werte).

Dann war die Zeit vorbei, das EEG-Paper wurde weggelassen.

Was mußte schriftlich gelöst werden?

nix

Persönlicher Kommmentar, Was war toll? Was war doof? Was war auffällig?

Ich hab die Sachen aus den Büchern relativ detailliert gelernt (so wie sie halt in den Büchern beschrieben waren) und dementsprechend auch detaillierte Fragen erwartet, bzw. bin bei meinen Antworten sehr ins Detail gegangen (was der Grund für die Abwertung war, s.u.). Bspw. konnte ich die ganzen Herleitungen und Gleichungen zur Signal Detection Theory, und die einzige Frage dazu war dann "Was sind ROC-Kurven?" (womit der Großteil des Gelernten nicht abgefragt wurde). Da hatte ich wohl teilweise andere Fragen erwartet.

Außerdem habe ich total unterschätzt (und die Prüfer wohl auch), wie schnell 30 Minuten vergehen können. Letztlich war es zu viel Stoff (allgemeiner Teil, Spezialthema und 2 Paper aus dem Seminar), um eine Sache ausführlicher behandeln zu können.

Die Literatur war gut und meistens einfach verständlich und die Fragen waren darauf abgestimmt. D.h. Beispiele zu bestimmten Sachen konnte ich immer bequem aus den Büchern nehmen.

Bewertung und Begründung

Ich konnte eigentlich zu fast allen Fragen etwas sagen. Dass es trotzdem "nur" eine 1,7 wurde, wurde damit begründet, dass ich bei meinen Antworten sofort sehr detailliert eingestiegen bin und oft keine überblicksmäßige Zusammenfassung gegeben habe. D.h. ich hatte das "bigger picture" nicht so im Kopf.

Lässt sich der Prüfer von den Antworten leiten?

Jäkel teilweise ja, z.b. durch Rückfragen, Fragen nach Beispielen, wenn ich etwas erklärt habe, etc. Friese weniger, lag vlt auch daran, dass zum Schluss keine Zeit mehr war, und wir eigentlich nur ziemlich kurz durch das eine Paper gegangen sind.

Zum Verhalten des Prüfers

gut, nichts zu beanstanden.